Trauermücken, Thripse & Co. – was krabbelt da eigentlich auf meiner Pflanze?

Hilfe! Da krabbelt etwas auf meiner Pflanze!😱

Diesen Moment kennen wahrscheinlich ziemlich viele Planties. Du schaust dir deine Pflanze genauer an und plötzlich entdeckst du kleine schwarze Fliegen, winzige Tierchen auf den Blättern oder seltsame Punkte.

Sofort Alarmstimmung🤯

Lass uns zusammen schauen, ob sie wirklich gerechtfertigt ist - und vor allem, was jetzt zu tun ist!

Trauermücken

Trauermücken sind kleine schwarze Fliegen, die besonders gerne dort auftauchen, wo das Substrat dauerhaft feucht ist. Check unbedingt dein Gießverhalten!

Die Erwachsenen Tiere sieht man häufig rund um die Pflanze herumfliegen, etwa so nervig wie eine Obstfliege. Für die Pflanze selbst sind die Erwachsenen Trauermücken dabei gar nicht unbedingt das große Problem, viel eher sind es die Larven. 

Gelbtafeln können dabei helfen, die Erwachsenen Tiere zu reduzieren und gleichzeitig zu erkennen, ob überhaupt noch viele Tiere unterwegs sind. Noch gezielter kannst du gegen die Larven mit Nützlingen vorgehen. Hier kommen beispielsweise Nematoden zum Einsatz, die die Larven im Substrat bekämpfen. Alternativ hilft auch eine Schicht feiner Sand auf der Oberfläche der Erde, so haben die frisch geschlüpften Trauermücken keine Chance zu wachsen und sich weiter zu vermehren.

Bei Trauermücken würde ich nicht nur die herumfliegenden Tiere bekämpfen, sondern vor allem den Lebenszyklus unterbrechen.

Profi-Tipp: Fettkraut zu deinen Pflanzen gesellen - du hast eine neue Pflanze und sie zieht die Trauermücken auf ganz natürliche Weise an😌

Thripse

Thripse sind deutlich schwieriger zu entdecken und auch das deutlich größere Problem.

Typische Anzeichen können sein:

  • silbrig oder matt wirkende Stellen auf den Blättern
  • kleine schwarze Punkte auf dem Blatt
  • verformte oder beschädigte junge Blätter
  • braune oder abgestorbene Stellen
  • insgesamt ein „komisch“ aussehendes Blattbild
  • kleine, längliche Tierchen auf den Blättern oder in den Blattachseln

Hier lohnt sich ein ganz genauer Blick.

Was mache ich bei einem Verdacht?

Wenn du einen Schädlingsbefall vermutest, würde ich die Pflanze zunächst separieren. Das klingt vielleicht dramatisch, ist aber sinnvoll. Thripse können fliegen und verteilen sich somit von Pflanze zu Pflanze. Halte also unbedingt die benachbarten Pflanzen mit im Auge! 

Auch gegen Thripse können Nützlinge eine sehr gute Möglichkeit sein.

Je nach Situation kommen unterschiedliche Nützlinge infrage, beispielsweise Raubmilben.

Der große Vorteil: du setzt gezielt natürliche Gegenspieler ein, die sich um die Schädlinge kümmern. Allerdings solltest du dich vor dem Einsatz genau informieren, welcher Nützling für welchen Schädling und welche Bedingungen geeignet ist.

Und wenn der Befall zu stark ist?

Bei einem starken Befall kann auch chemischer Pflanzenschutz eine Möglichkeit sein.

Hier gilt aber ganz klar:

Nicht einfach irgendein Mittel kaufen und drauflossprühen.

Achte darauf, dass das Mittel für den jeweiligen Schädling und die jeweilige Pflanze zugelassen ist und halte dich genau an die Anwendungshinweise. Und natürlich sollte man auch berücksichtigen, ob Haustiere oder Kinder im Haushalt leben. Informiere dich hier bitte ausführlich!

Wollläuse

Wollläuse sind leichter zu erkennen als Thripse. Sie sitzen häufig an den Blattansätzen, in Blattachseln oder an schwer zugänglichen Stellen der Pflanze.

Woran erkenne ich Wollläuse?

Typisch sind kleine weiße, watteartige oder wollige Ansammlungen. Manchmal sieht es tatsächlich so aus, als hätte jemand kleine Watteflöckchen auf der Pflanze verteilt😅

Außerdem können Wollläuse:

  • an Blattstielen sitzen
  • sich in Blattachseln verstecken
  • an jungen Trieben auftreten
  • klebrige Rückstände hinterlassen

Wenn du solche weißen „Wattebäusche“ entdeckst, lohnt sich ein genauer Blick.

Was tun bei Wollläusen?

Auch hier gilt zuerst: Pflanze separieren.

Danach solltest du die Pflanze gründlich kontrollieren. Wichtig ist, nicht nur die Stelle zu behandeln, an der du gerade eine Wolllaus entdeckt hast. Kontrolliere auch die Blattunterseiten, Blattansätze und andere versteckte Stellen. Je nach Stärke des Befalls kannst du zunächst versuchen, die Tiere händisch zu entfernen und anschließend mit einer passenden Behandlung weiterzumachen.

Auch hier können Nützlinge eine Möglichkeit sein. Bei stärkerem Befall kann wiederum ein geeigneter Pflanzenschutz eingesetzt werden.

Spinnenmilben

Und dann gibt es noch die kleinen Biester, die man manchmal erst bemerkt, wenn die Pflanze schon deutlich verändert aussieht. Sie sind winzig und können besonders bei warmen und trockenen Bedingungen zum Problem werden.

Woran erkenne ich Spinnenmilben?

Typische Anzeichen können sein:

  • viele kleine helle Punkte auf den Blättern
  • eine insgesamt matt oder gesprenkelt wirkende Blattoberfläche
  • gelbliche oder bronzefarbene Veränderungen
  • feine Gespinste, häufig an der Blattachse
  • kleine Tierchen auf Blattunterseiten

Gerade die feinen Gespinste können ein deutlicher Hinweis sein.

Warum treten Spinnenmilben so gerne auf?

Spinnenmilben mögen häufig warme und trockene Bedingungen. Deshalb können sie gerade in beheizten Räumen oder während besonders warmer und trockener Phasen zum Problem werden. Zwar verhindert hohe Luftfeuchtigkeit allein einen Befall nicht, hilft aber die Biester zu bekämpfen.

Erst analysieren, dann behandeln

Egal welcher Schädling:

Bitte nicht sofort zum erstbesten Mittel greifen. Der wichtigste Schritt ist zunächst herauszufinden, was überhaupt auf deiner Pflanze sitzt.

Trauermücken, Thripse, Wollläuse und Spinnenmilben sind komplett unterschiedliche Schädlinge und dementsprechend unterscheiden sich auch die Möglichkeiten zur Bekämpfung.

Mein wichtigster Tipp

Bei Schädlingen gilt immer: früh erkennen ist die halbe Miete.

Deshalb schau dir deine Pflanzen regelmäßig genauer an – nicht nur von oben.

Blattunterseiten, Blattachseln, junge Blätter und neue Triebe sind besonders interessant

Und wenn du etwas entdeckst: nicht in Panik geraten😄

Pflanze separieren, Schädling bestimmen und dann gezielt handeln.

Ob mit Nützlingen oder – wenn nötig – mit einem passenden Pflanzenschutzmittel: wichtig ist vor allem, dass du gezielt gegen den richtigen Schädling vorgehst.

Denn je genauer du weißt, womit du es zu tun hast, desto einfacher wird die Bekämpfung🌱💚

 

Bitte beachte, dass es sich hierbei nicht um eine Garantie handelt, sondern lediglich um eine Hilfestellung meinerseits. Ich schildere hier nur meine Erfahrungen, spreche keine Empfehlungen aus und übernehme keine Haftung in jegliche Richtung. Die Pflege deiner Pflanze obliegt nach wie vor dir, auch wenn du meine Tipps umsetzt und verwendest.
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